Der Oerlikerpark ist ein Park, der sich verändern darf.
Das Konzept des Projektteams Zulauf, Seippel, Schweingruber Landschaftsarchitekten und Hubacher und Haerle Architekten basiert auf der Auseinandersetzung mit den Faktoren Zeit und Veränderung. Das Ineinandergreifen von Landschaftsarchitektur, Architektur und Kunst ist Absicht und Ziel des Projektes. Die Bäume werden sich im Laufe der Zeit zu einer Licht durchdrungenen, nach aussen kompakt wirkenden Baumhalle entwickeln. In Intervallen von mehreren Jahren sind Auslichtungen als ein Bestandteil des Projektes gewollt und nötig.
Baulichen Elemente
Die Lichtung wird als «Hof» verstanden. Hier entsteht ein eigentlicher Freiraum als Ort der Weite, als Ort für Spiel und Geselligkeit. Auf eine Möblierung wird bewusst verzichtet, um der vielfältigen Benutzbarkeit keinerlei Schranken zu setzen. Die Lichtung ist mit einem Holzbelag (heimische Douglasie) versehen.
Das grüne Brunnenelement
ist als langes Wasserbecken ausgebildet, das mit einem feinen Wasserspiel zu Beschaulichkeit und Spiel einlädt. Die an dieser Stelle unterschiedlichen Niveaus ermöglichen den Zugang auf verschiedenste Art und Weise.
Der 35 Meter hohe Turm
ist ein Element des Parks, das die Erinnerung an die Hochkamine im ehemaligen Industriequartier wachruft und für den alten Wunsch nach Überblick und Ferne steht.
Der rote Pavillon
soll im klassischen Sinne als Unterstand, Spielfläche, Bühne und Plattform für verschiedene Anlässe dienen.
Der Oerlikerpark ist ein Park, der sich verändern darf.
Ausgangslage
Im Oerlikerpark war von Anfang an eine sogenannte «Interventionszone» eingeplant... Das Projektteam Zulauf, Seippel, Schweingruber Landschaftsarchitekten und Hubacher und Haerle Architekten hatte diese Fläche (im Plan rot umrahmt) ausgespart, um den Bedürfnissen der künftigen NutzerInnen Raum zu geben.
2. Juni 07 Aktionstag Oerlikerpark
Der Aktionstag bot die Ideenplattform für die Quartierbevölkerung...
Alle BewohnerInnen waren eingeladen, ihre Anliegen und Nutzungsbedürfnisse zur Parkgestaltung zu äussern.
Idee/Gestaltung: Visnja Dominkovic Schütz Fotos: Christopher R. Schütz
Der Aktionstag am 2. Juni brachte eine kreative, lebendige Vielfalt in den Oerlikerpark. Nach der Eröffnungsrede von Stadträtin Monika Stocker lernten die Besucher den grössten öffentlichen Raum in Neu-Oerlikon von einer anderen Seite kennen, trafen alte und neue Nachbarn, konnten sich über die Angebote der verschiedenen aktiven Quartierorganisationen informieren und ihre Anliegen zum Park in die moderierten Themen-Workshops einbringen. Diese wurden am Schluss des Aktionstags an Stadtrat Martin Waser übergeben.
Eine kreative Auseinandersetzung mit den Themen «Zeit und Veränderung» erfolgte in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater Zürich HMTZ.
Fünf angehende Theaterpädagoginnen arbeiteten mit SeniorInnen, SchülerInnen, ehemaligen Industriearbeitern und Jugendlichen, fremdsprachigen Frauen und Männern sowie mit Erwachsenen aus Neu-Oerlikon. Sie sammelten deren Geschichten, drehten Videos und inszenierten mit dem reichhaltigen Material fünf Theater-Produktionen, Hör- und Rauminstallationen und Filme, die am Aktionstag aufgeführt wurden.
An den Theateraufführungen beteiligen sich LaienschauspielerInnen aus Neu-Oerlikon.
Mit einem Konzert von Mizgina Sor & Ülkü fand der Aktionstag einen runden, künstlerischen Abschluss.
Aus der Aktion im Vorfeld «Baumgeschichten» entstand das Buch «Baumgeschichten aus Neu-Oerlikon». Eine Sammlung von Baumgeschichten aus der ganzen Welt, erzählt von Bewohnerinnen aus dem Quartier.
Idee/Illustration: Julia Hofstetter Steger Buchgestaltung: Maricruz Penaloza Leu
Für CHF 35. zu beziehen über
Jacqueline Collard
Ref. Kirche Oerlikon
Baumackerstrasse 19
8050 Zürich
Tel 044 312 24 97 E-Mail
5. Juli 08 Info-Rundgang Oerlikerpark
Was passierte mit den gesammelten Nutzungsideen nach dem Aktionstag?
Die Ideen wurden sorgfältig verarbeitet, in einem Ergebnisbericht zusammengefasst und an die zuständigen städtischen Verwaltungsstellen weitergeleitet.
Grün Stadt Zürich ist zuständig für bauliche Veränderungen des Oerlikerparks. Die Projektvorschläge wurden von Grün Stadt Zürich auf Machbarkeit und Zumutbarkeit für die direkt Anwohnenden überprüft und Grün Stadt Zürich entwickelte entsprechende Umsetzungsvorschläge, die am Info-Rundgang Oerlikerpark, 05.07.2008 Flyeröffentlich vorgestellt wurden.
Fotos: Jacqueline Collard / Christopher R. Schütz
Rund 30 Personen fanden sich um 17 Uhr im Oerlikerpark zum Info-Rundgang ein. Nach einer kurzen Begrüssung durchwanderten die Erwachsenen die Parkanlage, während sich die Kinder mit den Geräten des Spielmobils ereiferten. An drei Informationsposten informierten die PlanungsexpertInnen von Grün Stadt Zürich über die konkreten baulichen Veränderungen. (Protokoll Echogruppe 02.07.08, PDF 8.4 MB, mit Illustrationen) QuartierbewohnerInnen der Echo-Planungsgruppe ergänzten diese Ausführungen mit ihren Eindrücken zur Zusammenarbeit und zu den vorliegenden Ergebnissen.
Nach dem Info-Rundgang besammelten sich zirka 60 Personen vor dem roten Pavillon zu Schlussrunde. Die Mehrheit zeigte sich begeistert oder sehr zufrieden mit den baulichen Massnahmen. Baubewilligungsverfahren und Kreditbewilligung laufen bis Mitte November 2008. Sofern das Bewilligungsverfahren rekursfrei verläuft, werden Ende November 2008 erste bauliche Massnahmen ausgeführt. Der Spielplatz wird Ende Mai 2009 fertig gestellt sein. Auf Frühsommer 2009 können die Neu-OerlikerInnen das «Schliessen der Park-Lücken» (Slogan des Mitwirkungsprozesses) miteinander feiern. Einen möglichen Vorgeschmack darauf bot das Kinderkonzert der IG Nordpol, das im Anschluss an den Info-Rundgang stattfand. Die fantasievollen Lieder des Bündner Liedermachers Linard Bardill verzauberten die Herzen der grossen und kleinen ZuschauerInnen aufs Feinste.
Der Ausbau 2009
Spielbereich Mikado
Das Spielangebot ist deutlich vergrössert und individuell durch «Kellner.Kinderspiel» gestaltet worden. Nach Altersstufen gestaffelt gliedert sich der Spielbereich in die drei Teile: Sand (3 x 9.5m), Kleinkinder-Spielbereich (10 x 9.5m) und Spielbereich für grössere Kinder (23 x 9.5m). Der grosse Sandplatz wird von zwei Sonnenschirmen beschattet. Die Spielkonstruktion Mikado besteht aus ungefähr 125 Eichenholzbalken, die auf Metallfüssen im Boden verankert sind. Die Balken variieren in der Länge und im Querschnitt. Die unterschiedlichen Einbauhöhen und -winkel sowie der Wechsel zwischen dichter und transparenter Anordnung machen das Mikado zu einer vielseitig bespiel- und bekletterbaren Spielstruktur. Rutschen und Schaukeln erweitern die Spielmöglichkeiten.
Verweilmöglichkeiten und Ausstattungselemente
An mehreren Stellen im Park werden zusätzliche Sitzbänke, Tische und Liegen zur Verfügung gestellt.
Das Angebot an Tischtennistischen, Grillstellen und Abfallkübel wurde ergänzt und an der Rampe zum Holzrost seitlich ein Handlauf montiert.
Pflanzen
Zusätzlich zur Baumschicht gibt es an besonderen Orten im Park Hecken und zart blühende Wildstauden.